20. April 2010
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Flurfunk
Punkt, Punkt, Komma, Strich
Zeichnungen sind die Grundlagen unserer Entwürfe. Sie erleichtern uns und unseren Kunden den Einstieg in ein Projekt. Beim Zeichnen erschaffen wir keine Objekte, wir hinterlassen lediglich Striche auf dem Papier, die eine visuelle Erfahrung wiedergeben. Eine Skizze ist nur die Vorstellung einer Gestalt und interpretiert das Wesen des Objekts. Das reicht aus, um das Gezeichnete für den Betrachter erkennbar zu machen.
Mitten ins Gesicht
Eines der schwierigsten Motive ist das Portrait. Ob Karrikatur oder Sympathiefigur – das Thema Portraitzeichnen ließ uns nicht los. Also lassen wir es uns von jemandem erklären, der es wirklich kann: Rupert Eichler (charakterkoepfe.de) ist Diplom-Designer und hat das Zeichnen und das Modellieren von „Charakterköpfen“ zum Beruf gemacht. Sein Versprechen: „Sie werden nach diesem Workshop Ihre Mitmenschen mit anderen Augen betrachten.“ – wir sind gespannt.
Das Wichtigste beim Zeichnen ist nicht der Strich, es ist das Hinschauen. Nur dann kann man eine Form – ein Gesicht – wirklich erkennen. Das ausgiebige Betrachten seines Gegenübers fühlt sich im ersten Moment seltsam an. Doch nur so kann man die zu zeichnenden Formen wirklich begreifen. Wo sitzen die Nase, der Mund, die Augen? Und was macht sie so charakteristisch?
Wir haben nach dem Überprüfen der Proportionen völlig neue Zusammenhänge erkannt. Die Augen befinden sich fast immer in der Mitte des Kopfes und sind meist kleiner, als man denkt. Die Länge der Nase entspricht etwa der halben Distanz zwischen den Augen und dem Kinn, die Mundlinie markiert das obere Drittel zwischen Nase und Kinn, usw. Jetzt heißt es betrachten, zeichnen und üben. In vielen Fünf-Minuten-Portraits werden Gesichter gezeichnet. Und plötzlich bestehen diese aus Mundlinien, Nasenfalten und Augenwinkeln. Aus Proportionen, Längen und Breiten. Aus Licht und Schatten. Unsere Portraits sind mit jedem Versuch lebendiger und charakteristischer geworden.
Und tatsächlich, es stimmt: Wir schauen jetzt noch genauer hin. Wir sehen unsere Mitmenschen in einem völlig neuen Licht. Es war ein außergewöhnlicher Workshop, in dem wir das Betrachten neu gelernt haben. Und der darüber hinaus sehr viel Spaß gemacht hat.
Wenn Sie uns das nächste Mal dabei ertappen, wie wir forschend in Ihr Gesicht schauen – dann wissen Sie ja jetzt warum.

Die richtigen Maße und Proportionen in einem Gesicht sind die Grundlage für das Zeichnen.



Die Einzelteile werden einzeln geübt und später in einer einzigen Zeichnung zusammengefügt.

Wichtig sind auch die äußeren Umrisse des Gesichts. Kantig oder Rund? Wo sitzen die Wangenknochen und wo ist der Haaransatz?

Schnell, schneller, Portraitzeichnen - Schnell-Portaits im Minuten-Takt



Details aus genaueren Zeichnungen. Hier gilt: Mut zum Kontrast.

Interessantes Experiment: Zeichnen Sie nur die Schatten des Gesichts gegenüber. Schon jetzt zeichnen sich die charakteristischen Merkmale des Gesichts ab.

Portrait-Zeichnungen mit Kohle

Wieder ein Schnell-Portrait


Minuten-Portrait von Rupert Eichler. Die Perspektive macht´s!
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